Mantrailing am Hütewochenende I

12 Mai 2010 Events, Mantrailing

Ich hatte bereits erwähnt dass wir an dem Hütewochenende nicht nur Schafe gehütet hatten sondern gleich noch 2 Trails absolviert.

Die Schwierigkeit beim Mantrailing ist geeignete und willige “Opfer” zu finden, Freiwillige die bereit sind sich suchen zu lassen. Tja, habe mir vorgenommen immer den Mantrailing Rucksack dabei zu haben und einfach zu fragen. Meinem Hund zuliebe!

Trail am 24.04.2010

ca. 10 Uhr, trocken, sonnig, 18 Grad, schwacher Wind aus wechselnder Richtung.

Dixie sollte den dreijährigen Vincent suchen, der unbemerkt mit seiner Mama Annette aus dem geschlossenen Garten verschwunden ist.

Sein Sweatshirt hatte Annette auf den Bistrotisch gelegt.

(Falls wir den alleine verschwundenen Vincent hätten suchen sollen, dann hätte Annette, als Mutter, beim Start dabei sein müssen damit Dixie ihren Individualgeruch ausschliessen kann,

denn sowohl das Kind wie auch das Sweatshirt sind mit ihrem Geruch behaftet)

Nach etwa 10 Minuten hatte ich das Sweatshirt vom Tisch geholt und mit der freien Hand das Geschirr und die Leine aus dem Rucksack ausgepackt.

Sweatshirt auf den Boden gelegt und Dixie angezogen. Sie hatte bereits die Nase ins Sweatshirt gesteckt und fing an, wie üblich voller Aufregung zu tänzeln, ich hatte sie dabei am Geschirr festgehalten.

Leine dran, das Sweatshirt aufgehoben, vor die Nase gehalten und “search” gesagt - ab ging die Post :)

Sie hatte ja schon wärend dem Anlegen des Geschirres die Gelegenheit sich zu orientieren, also machte sie einen kurzen Schlenker Richtung Bistrotisch um dann die Nase tief zu legen und zum Gartentor zu laufen. Man konnte richtig schön sehen wie sie die 10 Minuten alte Spur ( vom Bistrotisch zum Gartentor) aufnimmt und nicht weiter zum Tisch läuft sondern zum Tor. Das finde ich immer wieder Klasse!

Vor dem geschlossenen Tor stehengeblieben, ich habe es geöffnet und Dixie bog auf den Grasweg nach links ab. Das Tempo ist immer krass, also erwähne ich das hier nicht ;)

Nach etwa 40 Meter kreuzte ein asphaltierter Weg, da bog sie rechts ein, lief ca, 20 Meter auf der rechten Seite um dann die Seite zu wechseln, nochmal 20 Meter mit der Nase fast am Boden und dann Ecke links. Traraaaa! Annette saß um die Ecke im Gras mit Vincent zwischen ihren Beinen. Dixie hat Vincent durch kurzes Antippen angezeigt und hüpfte danach vor mir herum um ihre Wurst zu kassieren.

Wie gesagt, sie hatte Vincent angezeigt und Annette ignoriert, das fand ich richtig bemerkenswert und habe mich wie verrückt gefreut, konnte mich kaum noch einkriegen.

Nach dem Belohnungsspiel wurde Wasser getrunken und eine halbe Stunde im Schatten gepennt, danach gings an die Schafe.

Nachlese:

Dixie hat eine richtig gute Suche gemacht.

Ich hatte keine groben Fehler gemacht (diesmal gar keine)

Terrain und Wetterbedingungen waren günstig, dennoch ein schwerer Trail:

- Vincent rannte zuvor durch den ganzen Garten und hielt sich vor dem Verschwinden mehr als 10 Minuten am Bistrotisch auf

- gesuchte Person war ein Kind, in Begleitung seiner Mutter, Geruchsobjekt auch mit dem Geruch der Mutter behaftet

Einer der besten Trails die meine Schnupsi geliefert hat, werde alles daran setzen um ihr dieses Spiel öfter bieten zu können (…auch wildfremde Menschen zu nötigen wenn’s sein muss :) …)

Beim Trail vom Tag darauf war Dixie wie immer gut aber ich war einfach nur schlecht, alle Fehler gemacht die man nur machen kann! Demnächst mehr darüber.

Diana

Sie ist da!

3 Juli 2008 Mantrailing

die neue Leine fürs Mantrailing :-) Das ist wie Geburtstag!

Wer sie sehen will: ->hier ist sie.

WuffWedel,

Dixie

Alles ist gut

1 Juni 2008 Diary, Mantrailing

Der Plan für Samstag war, planlos in den Tag hineinzuleben. Herrchen hat mal wieder nix gemacht, ich glaub er war mit einem neuen Eintrag für Dixipedia beschäftigt.

Um zwanzig nach eins klingelte das Telephon. Frauchen sprach kurz, stand auf und sagte zu mir: Dixie, wir haben einen Einsatz, wir müssen Habca suchen.” Augenblicklich habe ich meine Erythrozytenreserve in den Blutkreislauf ausgeschüttet und bin aufgeregt hin und hergelaufen. “Wo ist mein Geschirr, wo ist mein Geschirr! Macht mal schneller hier!”.

Dixie merkte tatsächlich, daß es gleich Action gibt, da wir den Rucksack packten und eine Wasserflasche füllten. Alles äußerlich ruhig und konzentriert, aber mit einer gewissen Spannung. Auf der Fahrt nach Mainz zum ausgemachten Treffpunkt überlegten wir Strategien und welches Geruchsobjekt sinnvoll wäre. Uns war klar, daß wir im Zweifelsfall uns mit dem zufrieden geben müssen, was vor Ort da ist, um keine Zeit zu verlieren.

Wir haben uns Mühe gegeben, die Sorgen zu unterdrücken und positiv zu denken um die Dixie richtig motivieren zu können. (Auch uns hat das geholfen.) In Mainz-Laubenheim angekommen parkten wir am Supermarkt um auf die Hundesitterin zu warten, welche uns den Ort zeigen sollte, wo Habca das letzte mal gesehen wurde. Beim aussteigen sagte Diana zu Dixie noch “Jetzt gehen wir gleich Habca suchen.”

“Habca? Suchen? Das Wort kenne ich, die Habca kenne ich. Ich riech sie schon. Was stehn wir hier noch rum? Kommt mit!”

Dixie zog die Hauptstraße entlang und wir liefen (ohne das zu dem Zeitpunkt zu wissen) am Haus der Hundesitterin vorbei. Nach ca. 100m wollte Dixie die Straße überqueren um in eine Nebenstraße einzubiegen. Wir wollten uns eigentlich nur die Beine vertreten und auf die Sitterin warten, aber im Nachhinein betrachtet waren klare Zeichen bei Dixie abzulesen, daß sie eine frische (oder gar die frischeste) Spur in der Nase hatte. Als die Hundesitterin kam, hatte sie Habcas Leine dabei, und auf unser Bitten holte sie noch die Hundedecke. Wir fuhren dann mit Miriam in die Weinberge oberhalb des Stadtteiles, wo Habca weggelaufen sei. Dort waren weitere Helfer, die wohl schon eine Weile die Gegend abgesucht hatten und uns auch erklärten, wie das passiert sei. Ein kleiner Platz zwischen den Reben mit einer Sitzbank war der Ausgangspunkt, dort haben die Beteiligten mit Habca gesessen. Dixie machte sich derweil schon selbständig mit dem Ort und den Gerüchen dort vertraut, schnupperte interessiert hin und her. Heute wollte Diana den Trail führen und entschied sich für die kürzere Leine, weil sie in den Reben leichter handzuhaben ist. Ich wies die anderen Helfer kurz ein um für Ruhe und Abstand zum Suchteam zu sorgen.

Frauchen packte nicht die Suchleine aus. Aber dafür hielt sie mir die Decke von der Habca unter die Nase und sage zu mir “Search”. “Na endlich, jetzt kanns losgehen!” Und ich habe schnurstracks ohne nachzudenken rechts den schmalen Grasstreifen an den Reben entlang bergab gezogen. Direkt darunter war dann ein Weg, den wir nach rechts weiter sind. “Kommt Herrchen auch?” Ok, ja, er folgt mit etwas Abstand. Also schnell weiter. Nach 200m, auf welchen links Gebüsch war, kam wieder ein Grasstück mit Reben, das sind wir gegangen um damit zum nächsten Weg abzukürzen. Dann ging es ständig bergab und Frauchen hatte offensichtlich Mühe beim hinterherfallen. Zwei meter vor uns lief ein Hase über den Weg. “Hab jetzt keine Zeit für dich, Kleiner. Ich muss grad arbeiten.” Auch die Amseln und Tauben, die mich sonst immer so aufregen, habe ich gerne ignoriert. Mal schneller, mal langsamer habe ich den Weg verfolgt bis zu einer Stelle, an der links hinter hohem Gras ein Gefälle und ein Wildzaun war.

Hier direkt über dem Ort meinten wir, Dixie hätte eine Besonderheit angezeigt, und das Helferteam sollte genauer nachschauen, während Dixie schon wieder die Spur auf dem Weg verfolgte. Genau diese Stelle sollten wir etwas später auch von Unten wiedersehen, oberhalb einer Sackgasse, an deren Häusern und Eingängen Dixie eine Spur genauer untersuchte. Sie ist nicht an jeden Eingang, oft hat sie nur kontrolliert um dann wieder wegzuziehen.

Frauchen rief ab und zu “Haaaaaaabca”, das hat mich anfangs etwas verwirrt, aber sehr bald nicht weiter gestört. “Ja, ich weiß schon, wen wir suchen. Aehm, Frauchen… Du weißt schon, daß diese Spur hier schon mindestens zwei Mahlzeiten alt ist?” Aber das haben meine Menschen zu dem Zeitpunkt nicht so genau verstanden.

Die Spur, auf der wir waren, war wohl nicht taufrisch. Die Art, wie Dixie lief und wechselnde Zugkraft zeigte, unterschied sich deutlich von ihrer Arbeitsweise bei einer frischen Spur. Hier war sie offensichtlich sehr konzentriert und nicht übermotiviert, wie sie es auf kurzen, frischen Trails gerne mal ist. Dennoch ging Dixie sehr zügig und bald hatten wir Miriam hinter uns verloren. Diana war voll konzentriert Dixie zu lesen, und ich war vollauf beschäftigt, mir den Weg zu merken, links und rechts zu schauen, Zeichen und Spuren am Rande zu finden. Miriam konnte nicht mehr so schnell und es war mir wichtig, Diana mit der Aurüstung die ich trug unterstützen zu können.

Wir machten bald einen Wasserstop, bei dem ich etwas trank, um meinen Durst zu bändigen und um meine Nase wieder feucht zu bekommen. Ein Stück weiter war eine Wegkehre, wo ich genauer untersuchte, wer da alles Pipi gemacht hat, und bin aber dann wieder zielstrebig weiter Talwärts gegangen. Es kamen Häuser, eine noble Ecke. Alles roch nach Rasendünger. Die Straße ging gerade aus, aber hatte links eine Abzweigung, der ich folgte.

Das war eine kleine Sackgasse, die bergauf auf einem kleinen Platz endete. Genau unter der Stelle, etwa 100m, wo Dixie oben schon angezeigt hatte. Ein absolutes Bonzenviertel. Kein Auto unter 2,2 Tonnen Leergewicht. Wir legten die zweite Wasserpause ein, und Dixie trank gierig aus der Flasche und aus meiner Hand. Bald begann sie weiter zu suchen und verfolgte einige Wege, die zu Hauseingängen führten.

Plötzlich bellte eine Frau aus einem Fenster herunter. “Weg da hier gibts keine Köter, finden Sie das toll hier rumzuschnüffeln? Wau Kläff Wau Grr Kläff…”. Mein Frauchen sagte freundlich etwas von suchen, aber die Bellschnepfe legte noch eins drauf. Da hat dann Frauchen angefangen wie ein Löwe zu brüllen: “Blestemat? s? fii, s?-?i pice mâinile ?i picioarele, sâ mergi pe limb? ca s? se cace câinele meu în drumul t?u!”* Uff.. So kenne ich sie gar nicht, das hat hier gar nichts mehr mit mitteleuropäischer Streitkultur zu tun… Aber danach gings ihr besser und sie lächelte wieder. Nun macht Frauchen sich Sorgen, sie könnte die Agression auf mich übertragen und ich könnte am Ende noch scharf werden.

Das hat uns schon ziemlich aus dem Konzept gebracht. Im Nachhinein muß man allerdings betonen, daß wir in dem Stadteil im weiteren Verlauf nur wirklich tolle, freundliche, hilfsbereite und besorgte, mitfühlende Menschen getroffen haben, die auch rückgefragt haben wie denn die Gesuchte hieße, wie sie aussähe und wen sie anrufen könnten, falls sie etwas sähen. Im weiteren Verlauf wurden die Straßen immer bekannter. Wir haben jeden nach einem kleinen schwarzen Hund gefragt und sind der Straße im altstädtischen anmutenden Teil gefolgt. Nach etwa einer Stunde mussten wir alle eine Pause machen. Ein Winzer um die Ecke hat uns wie selbstverständlich mit Wasser versorgt, ein Radfahrer von vorhin hat uns wiedererkannt und sich nach dem Status erkundigt. Wir warteten auf Miriam und es war auch für sie höchste Zeit, etwas Pause zu machen. Nicht nur die Füße voller Blut wollten verarztet werden.

Bald jedoch sind wir weiter, Dixie wurde neu angesetzt und hat sofort eine Richtung gewählt, die zur Hauptstraße, wo die Hundesitterin wohnt, führte. Miriam bestätigte uns anhand Dixies Verhalten, daß viele für Habca typische Bewegungsmuster in der Spur seien, daß sie hier oder dort auch schon einmal gewesen seien. In einer Gasse letztendlich kam der erlösende Anruf, Habca sei gefunden worden. Nach ein paar Minuten war auch klar, daß die Kleine wohlauf und in Sicherheit ist. Wir haben uns einen Platz zum Ausruhen gesucht und mit einem Basistrail Dixies Suche mit einem Erfolgserlebnis beendet. Eine Karte der Umgebung findet ihr bei Miriam im “The Philosopher’s Dog”. Der Trail lief vom roten Pfeil in weitem Bogen nach Süden und dann wieder nach Norden bis fast zum grünen Pfeil.

Meine Menschen haben am Ende ihr Auto geholt und wir sind zusammen ein Stück gefahren, wo wir Habca dann getroffen haben. Mann, hab ich mit ihr geschimpft.

Obwohl wir selbst Habca nicht gefunden haben, war die Suche sehr erfolgreich. Sie hat zumindest zur Moral der Beteiligten beigetragen, wir haben nichts unversucht gelassen, und wir haben wesentliche Gebiete, wo Habca vermutet wurde, zumindest ausschließen können. Der Suchweg war im nachhinein sehr plausibel, Habca-typisch, jedoch passte Strecke und Zeiten nicht mit allen anfänglichen Zeugenaussagen.

Heute sind wir alle platt und haben Muskelkater :-) Und wir sind sehr, sehr glücklich, daß wieder alles gut ist.

* Kurze, nicht jugendfreie Übersetzung: Mögen dir Hände und Füße abfallen, auf daß du auf der Zunge kriechst und dir mein Hund in den Weg scheißt!

Wir bedanken uns sehr bei den vielen Menschen, die Miriam beigestanden haben, den Freunden von Miriam, die uns herumgefahren und versorgt haben, den Einwohnern von Mainz für ihr Verständnis, ihr Wasser und ihre Anteilnahme, und bei Miriam für ihr Vertrauen in uns.

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Der Kerl braucht Lunge

1 April 2008 Mantrailing

Nachtrag vom 2008-03-29

Nimm den Kerl ans Rad, der braucht Lunge!

Wir sind momentan ein wenig ausser Puste, mein Herrchen :-) Wohl etwas überschätzt?

Jaja, läster Du nur, Du bist noch jung und kannst rennen…

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Ist das lang her

1 März 2008 Mantrailing

Auf der Suche nach Beweisen, daß mein Freund Pete auch grinsen kann, sind wir über ein paar ältere Photos gestolpert, die wir euch nicht vorenthalten können. Grinsebilder haben wir leider keine gefunden.

Mein erster Trail außerhalb des Gartens, wir trainieren hier Wohngebiet / Versteckperson nicht sichtbar hinter einer Ecke.

Erstes mal im Wohngebiet

Und hier schaue ich einfach so hübsch.

Frisch gebadet